Am 19. Juli sollte sich zum Nachmittag in Süddeutschland ein Leetief bilden, außgehend vom allgemein schon tiefen Luftdruck über Mittel- und Nordeuropa. Dieses brachte die darauffolgenden Tage unter Verstärkung in Deutschland von Südwesten her viel Regen. Gewitter waren vor dem Dauerregengebiet am wahrscheinlichsten. Am 19. Juli schaute tagsüber nochmals die Sonne heraus und erwärmte die Luft bis auf 25°c, unterstützt durch Warmluftadvektion vom Mittelmeer über den Alpen.

Am Nachmittag ging es dann endlich los - es war zwar nicht sicher, ob es wirklich für starke Gewitter reichte, doch wenn es Quellwolken erstmal geschafft hatten, sich ordentlich zu entwicklen, so wuchsen sie in schonmal in einer Umgebung mit guter Windscherung. So dauerte es auch nicht lange, bis sich aus einem Gewitter an den Alpen eine Superzelle entwickelte. Diese zog von Kempten nach Landsberg und auf dieser Strecke verstärkte sie sich stetig.

 

Ich zögerte nicht lang und machte mich auf den Weg nach Landsberg und anschließend etwas Richtung Westen nach Buchloe. Dort hatte ich schonmal einen perfekten Standort. Die Superzelle bildete an der Vorderseite eine tolle Böenfront aus, während rechts neben dem Hagelcore eine Wallcloud entstand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Panoramen, nachdem das Gewitter für eine Aufnahme mit 10mm schon zu nah war:

 

 

 

 

 

 

Späteren Meldungen zufolge kamen mit dem Starkregen auch Hagelkörner bis 5cm Größe nahe meines Standortes herunter. Da die Superzelle nicht besonders schnell unterwegs war, gestaltete sich es als einfach wieder an die Vorderseite zu kommen, auf der sich inzwischen eine Shelfcloud entwickelt hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und nocheinmal davor. Doch bald schwächte sich die Superzelle doch ab, eine kleine Gewitterlinie südlich davon gewann die oberhand und überrollte München.