Am 21. und 22. Juni ging es erst einmal auf eine Bergtour in die Lechtaler Alpen, um das freundliche Wetter zu nutzen. Für den 22. Juni kündigten sich allerdings schon wieder Gewitter an, sodass ich plante, zum Mittag wieder im Tal zu sein.

Doch bereits am 21. Juni wurde ich während der Tour von einem Gewitter am Abend überrascht - der Hauptteil zog aber wohl etwas südlich vorbei. Kaum war ich am nächsten Tag vom Berg abgestiegen, bildete sich, etwa von den Lechtaler Alpen bis zu den Ammergauer Alpen, schon eine erste kleine Gewitterlinie heraus. Diese zog Richtung Nordosten, während sie nicht besonders stark war. Doch der östliche Teil entwickelte sich später zu einer Superzelle, die am Alpenrand entlang ins Chiemgau und weiter nach Osten zog und dort beachtliche Schäden hinterließ. Bei orkanartigen Böen stürzten viele Bäume um, Hagel vernichtete Felder usw..

Im Großraum Landsberg gingen hinter der Linie später ein paar Gewitter hoch, die von den Strukturen her aber wenig zu bieten hatten - auch die Lebensdauer war meist sehr kurz. Richtig interessant wurde es dann erst, als eine lange Gewitterlinie durch ganz Baden-Württemberg von Westen her näher kam.

Ein Blick auf das Radar machte die Entscheidung einfach, nach Norden zu fahren, wo die Linie am stärksten war. So fuhr ich zum östlichen Rieskrater-Rand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach folgte ein heftiger Sturm mit Hagel (bis 2cm) und extremem Starkregen. Die Sicht sank teilweise unter 5 Meter. Auf dem Weg nach Hause, zeigten sich auch eindrucksvoll die Schäden - umgestürze Bäume, teilweise ziemlich verwüsteter Mais auf den Feldern. Da die Gewitterlinie nach Süden hin "schleifte", sprich im unteren Teil noch nicht so weit vorangekommen war wie im nördlichen, versuchte ich, wieder vor die Linie zu kommen. Das gelang mir so richtig erst am Irschenberg. Dort war die Front immer noch sehr beeindruckend.

 

 

 

 

 

 

 

 

Da die Zuggeschwindigkeit sehr hoch war, hatte man nur auf der Autobahn eine Chance, an der Linie dranzubleiben. Ich versuchte noch Mal davor zu kommen, was mir allerdings nicht mehr so richtig gelang. Sobald eine Platz zum Fotografieren gefunden wurde, war die Shelfcloud bereits wieder über mir. Für ein beeindruckendes Bild aus dem Auto hat es aber noch gereicht.