Erste Unwetterlagen standen mit einer Portion Warmluft aus Süden erstmal ab dem 18. Juni an - allerdings gibt es dazu keine Fotos von mir, da ich in diesen Tagen nicht da war. Aber das Juni-Ende hat so ziemlich für alles entschädigt - nachdem am 29.6. für den Norden heftige Gewitter bevorstanden, war am 30.6. der Süden dran.

Und wie es krachte! Hochlabile Luftmassen, ein "Deckel", der erst Gewitter zum Nachmittag zuließ, und starke Windscherung sorgten für schwere Unwetter. Mittags fuhr ich auf die Schwäbische Alb um dann abzuwarten, was passiert. Auf dem Radar beobachtete ich wie bei Heilbronn die erste LP-Superzelle hochging; den Tower konnte ich jedoch erst später in Natura sehen, da die Luft sehr trüb war. Ich zögerte zuerst und bezweifelte, dass ich da noch rankommen würde - doch da das Gewitter recht angenehm im Tempo zog und beständig ausscherte, hieß es zurück nach Ulm und ab auf die A7 Richtung Crailsheim/Feuchtwangen.

 

Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig und kam genau unter den Aufwind, der schöne Aufzug der Zelle bliebt mir dabei leider verwehrt. Während der Aufnahme hörte ich immer wieder ein Scheppern, welches ich nicht richtig zuordnen konnte. Doch als ich dann plötzlich in meiner Nähe, rund 40 Meter entfernt, ein großes Hagelkorn runterkommen sah und etwas später noch ein Großes (um 7cm), wusste ich was los ist. Die Zelle wirft mit richtig bösem Hagel um sich. Zu diesem Zeitpunkt der Aufnahme kamen ein paar Kilometer weiter westlich Geschosse mit bis zu 9cm Größe herunter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zelle scherte dann nicht mehr richtig aus, also habe ich sie ziehen lassen. Im Westen waren die nächsten Gewitterzellen erkennbar, also nichts wie hin. Bald sah man sie in ihrer ganzen Pracht, rechts eine schöne Superzelle, links im Bild in weiter ferne die Nächste.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die rechte Superzelle zieht ab...

 

 

 

Ich ließ die Zelle ziehen und positionierte mich für Zelle drei, welche die Schönste werden sollte. Während sie auf mich zuzog, zog die andere ab, beide blitzen und das alles im Sonnenuntergang und im warmen Sommerwind. Besondere Momente.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann lies ich mich überrollen, es kam der für mich persönlich heftigste Hagelsturm den ich bis jetzt erlebt hatte: 7cm Brocken kamen ganz vereinzelt runter, sonst 3-6cm. 1-2km weiter nördlich war deutlich mehr Hagel gefallen (mehr Schäden), aber Hagelgrößen unter 5cm.