Nach den schweren Unwettern Ende Juli stand für Anfang August bereits die nächste Gewitterserie an, die zweifelsfrei mit einem gewaltigen Hagelunwetter mit bis zu 13(!) cm großen Hagelbrocken auf der schwäbischen Alb ihren Höhepunkt fand. Am 3.8. ging es los - bereits mittags näherte sich eine Hebungslinie von Westen. Diese produzierte an der Rückseite nette Stimmungen, anschließend gab es im Alpenvorland stärkere Gewitter, die ich aber nicht mehr erreichte.

Die Gewittersaison 2013 bleib auch im Juli weiterhin schwach. Diesmal war aber nicht - wie zuvor - das zu feuchte und kühle Wetter schuld, sondern ein stabiles Hochdruckgebiet. Immerhin gab es keinen Regen und sondern endlich sommerliche Temperaturen.

Gewitter folgten erst zum Monatsende und gipfelten im Reutlinger Hagelunwetter, dem teuersten Hagelunwetter in Deutschland überhaupt. Die Temperatur stieg im Vorfeld einer Kaltfront über Ostfrankreich auf über 30°C. Gegen Nachmittag löste es schließlich über dem Schwarzwald an der Konvergenz aus. Schnell entwickelten sich 2 Gewitter - das Südliche zog den Albtrauf entlang und erwischte zu seinem stärksten Zyklus die Stadt Reutlingen.

Bis Ende Juni dauerte es, bis der Sommer einmal so richtig in Deutschland mit Temperaturen über 30°C ankam. Die Luftmasse, die ab dem 16. Juni nach Deutschland advehiert wurde, war abgesehen von der großen Hitze auch durch eine selten hohe Labilität und Energiegehalt geprägt. Trifft solch eine Luftmasse auf ein günstiges Scherungs- und Hebungsfeld, so sind folgenreiche Schwergewitter zu erwarten. Deutschlandweit gesehen verspielte die Lage ihr Potenzial, doch Westbayern wurde vor allem am 20. Juni hart getroffen.

Die hochlabile Luftmasse wurde am Dienstag glücklicherweise abends im Allgäu schon mal in Form von Gewittern umgesetzt, nachdem die Bodenseeregion ca. eine Stunde zuvor von Schwergewittern heimgesucht worden war. Im Allgäu fielen diese mangels Hebung und Scherung nicht unwetterartig aus (vom Bodensee-Raum abgesehen), waren aber dennoch ein richtiges Spektakel für die Blitzfotografie.

Bei einem geschätzten Erdblitz-Anteil von 80% machten diese Gewitter einfach nur noch Spaß zum Fotografieren und sorgten bis jetzt für die besten Bilder der Saison. Die Aufnahmen stammen aus der Gegend von Kaufbeuren.

Nach langer Wartezeit stand für den 9. Juni endlich einmal eine Gewitterlage mit Potential für größere Gewitter an. Schwierig war es aber ein Gebiet zu finden, bei dem man mit Sicherheit auch solche Gewitter erleben konnte. Als gegen Mittag erste Zellen aus den Allgäuer Alpen nach Norden zogen, fuhr ich ins Ostallgäu. Leider starben diese Zellen wieder ab, aber ein neues Gewittercluster zog östlich der Ammergauer Alpen Richtung Nordosten; die stärksten Entwicklungen waren dabei an der Ostseite.

Also hieß es an diese Ostseite zu kommen, was eigentlich ganz gut gelang, doch leider waren wir ca. 15 Minuten zu spät um brauchbare Bilder einer heftigen Gewitterzelle südlich von München aufnehmen zu können (>3cm Hagel und Flash Floods...). Die Gewitter wurden alle sehr schnell verclustert und eingeregnet (mies zum Chasen und Fotografiern; jedoch bei Wasserburg am Inn kam es zu einer starken Superzelle!), sodass es schnell nach Augsuburg ging, um eine stabile, freistehende Einzelzelle zu fotografieren.

Für den 9. Mai stand eine ganz nette Gewitterlage ins Haus - erster Skepsis wichen ab Mittag durchaus ein paar Erwartungen an die ein oder andere Zelle. Die Modelle rechneten fleißig für Gewitter; eine beeindruckende Leistung erreichte das WRF von Modellzentrale.de. Wie hier berechnet, löste es im Allgäu an einer Konvergenz aus - der Bodenwind drehte tagsüber nach Nordost, was immer ein gutes Zeichen darstellt. Nach den ersten stärkeren Radarechos dort ging es sofort los, wobei ich erste Bilder nördlich von Schongau machte. Die Zelle sah top organisiert aus mit einer weiträumigen Basis - im Radar zeigte sie sich schon länger mit hohen Reflektivitäten. Nachdem zu Beginn nur eine weiträumige Basis mit herrlicher Alpenkulisse zu sehen war, bildete sich plötzlich eine Wallcloud aus. Ich verfolgte den Sturm erstmal bis zum Hohenpeißenberg.