Bis Ende Juni dauerte es, bis der Sommer einmal so richtig in Deutschland mit Temperaturen über 30°C ankam. Die Luftmasse, die ab dem 16. Juni nach Deutschland advehiert wurde, war abgesehen von der großen Hitze auch durch eine selten hohe Labilität und Energiegehalt geprägt. Trifft solch eine Luftmasse auf ein günstiges Scherungs- und Hebungsfeld, so sind folgenreiche Schwergewitter zu erwarten. Deutschlandweit gesehen verspielte die Lage ihr Potenzial, doch Westbayern wurde vor allem am 20. Juni hart getroffen.

Die hochlabile Luftmasse wurde am Dienstag glücklicherweise abends im Allgäu schon mal in Form von Gewittern umgesetzt, nachdem die Bodenseeregion ca. eine Stunde zuvor von Schwergewittern heimgesucht worden war. Im Allgäu fielen diese mangels Hebung und Scherung nicht unwetterartig aus (vom Bodensee-Raum abgesehen), waren aber dennoch ein richtiges Spektakel für die Blitzfotografie.

Bei einem geschätzten Erdblitz-Anteil von 80% machten diese Gewitter einfach nur noch Spaß zum Fotografieren und sorgten bis jetzt für die besten Bilder der Saison. Die Aufnahmen stammen aus der Gegend von Kaufbeuren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag war es dann soweit: die große Lage stand an. Im Westen von Deutschland ging es morgens und vormittags schon los mit einer sich entwickelnden Squalline, die dann nach Osten zog - doch der Coldpool schwemmte große Teile von Baden-Württemberg, sodass dort die große Energie schon mal gewitterlos weg war! Zum Nachmittag wurde es daher weiter östlich als von den Wettermodellen gerechnet interessant:

Gewitterwolken schossen über dem Allgäu in die Höhe und sorgten Richtung Norden für 2 hintereinander ziehende Superzellen, die zuerst von Großhagel, später von Orkanböen (bei Augsburg) begleitet wurden. Südöstlich der Zellen kam es dabei immer wieder zur Neuauslöse von Gewitterstürmen, die über die A8 Richtung Ingolstadt zogen. Hier gibts Aufnahmen der ersten massiven Superzelle bei Landsberg: