Während unseres einwöchigen Urlaubs gab es immer wieder Tage mit Gewitterpotenzial. Am 5. September war es dann soweit, eine schöne Gewitterzelle zog langsam über das Meer, dazu zuckten Blitze und die Szenerie wurde vom Abendlicht beleuchtet. Eine tolle Stimmung!

Nachdem am 5. Juli die gewittrige Luft aus Deutschland vorerst ausgeräumt war, dauerte es nicht lange, bevor das nächste kleine Tiefdruckgebiet erneut heiße Luft nach Deutschland führte.

Anfang Juli 2015 stellte sich die Wetterlage so um, dass es zu einer ersten ausgewachsenen Hitzewelle in Deutschland kam. Dabei führen Hitzewellen in Mitteleuropa in ihrem Verlauf meistens zu Gewittern und Unwettern. Die genaue Stärke der Unwetter - kommt es nur zu lokalen Hitzegewittern oder zu einer überregionalen Schwergewitterlage - entscheiden jedoch erst die Details.

Für Anfang Juli waren zwei Gewittertage von Interesse: 5. Juli 2015 und 7. Juli 2015. Am 5. waren vor allem der Norden und die Mitte von Deutschland betroffen. Wir konnten einige schöne Gewitter in der Gegend um Würzburg fotografieren.

Wow, das war ja dann doch noch ganz schick heute. Grundsätzlich war es wieder eine scherungsarme Gewitterlage und den ganzen Tag fehlte zudem Hebung, um es überhaupt auslösen zu lassen. Es trocknete eher ab als dass Gewitter entstehen würden - doch Radiosondenaufstiege belegten, dass zumindest die Luftmasse noch geladen war.

Auch die Wettermodelle zeigten stets, dass zum späten Abend oder zur Nacht ein Hebungsfeld über die Alpen nach Bayern kommen sollte - das Ganze mit etwas besserer Höhenströmung, die zusammen mit dem Nordostwind am Boden ein solides Setup setzen würde.

Labilität würde es auch heute wieder wie während der letzten Tage genug geben - was fehlt, sind die Windscherung und die Hebung, die ebenfalls für kräftige Gewitter und Strukturen nötig sind. So blieb heute das Unwetterpotanzial recht niedrig, die Gewitter zogen eher langsam und waren daher einfach zu fotografieren. Teilweise bildeten sich sogar ganz ordentliche Strukturen heraus:

6. Juni 2015, abends

 

Eigentlich sahen die Wetterkarten nicht gut für Gewitter aus. Vor allem, wenn man sich an komplett andere Werte von Windscherung und Labilität nach einem Monat Chasing in den Great Plains gewöhnen muss. Trotzdem können Gewitter hier - auch nach einer USA-Tour - ihren Reiz haben, vor allem wenn man sie mit der hier deutlich interessanteren Landschaft fotografiert - sofern man die richtigen Spots kennt, aber das lässt sich planen.